Thorsten Pump Sportyblog

Heide-Ultra-Trail 2017

HUT_Logo_2017_grossDie Tage vor dem Rennen stand das größte Fragezeichen über dem Wetter: bleiben die Temperaturen bei knapp 30°C? Wie kann ich mich auf dieser Strecke ordentlich versorgen? Es gibt nur drei Verpflegungsstände bei KM 21/45/65. Mit Blick auf unterschiedliche Wetterdienste war am Freitag aber klar, dass die Temperatur nicht über 20°C steigen und es regnen wird. Somit war das Problem gelöst.

Als Proviant hatte ich 2 1/2 Liter Wasser in der Trinkblase, 2 Weizenbrötchen, 2 Riegel und ein Gel dabei. Zusätzlich hatte ich das Produkt „Hydro“ von NFT (Nutrition Fine Tuning), dessen Geschäftsführerin ich auf einer Fortbildung kennen gelernt habe, ausprobiert. Das Getränk sollte mich mit Kohlenhydrate und Natrium versorgen. Dazu später mehr.

Um 4:45 ging es aus dem Bett und um 5:30 auf die Autobahn, Start war um 07:00 in Schneverdingen.

Das kleine Startfeld (15 Athleten) machte sich also auf den Weg, Markierungen gab es auf den ersten 20km keine, wodurch leichtes Pfadfinderwissen erforderlich wurde. In kleinen Gruppen pflügten wir über die Trails um uns nach 5 km in der kompletten Gruppe wieder zu finden.

Die Strecke durch die schöne Lüneburger Heide. Nicht nur zum laufen, auch zum radeln super geeignet! Grafik: aus gpsies.com

Die Strecke durch die schöne Lüneburger Heide. Nicht nur zum laufen, auch zum radeln super geeignet!Grafik: aus gpsies.com

Danach war es über GPS und den Markierungen in der Regel kein Problem, auf dem richtigen Pfad zu bleiben. Wie liefen über Holzpfade durch ein Moor und später über fantastische schmale Trails durch kleine Waldstücke und durch die wirklich sehenswerte Lüneburger Heide.

Etwa vier km sind wir über die teils glitschigen Holzwege gelaufen. Dafür konnten wir uns hier nicht verlaufen. Früher wurde hier Torf gestochen...

Etwa vier km sind wir über die teils glitschigen Holzwege gelaufen. Dafür konnten wir uns hier nicht verlaufen. Früher wurde hier Torf gestochen…

Ich befand mich in einer Gruppe von fünf Läufern, was mir das Leben um einiges leichter machte. In Gesprächen kann man sich bekanntlich gut verlieren und so verging die Zeit recht schnell.

Mit dem Wetter hatten wir es gut getroffen. Etwa 70% der Strecke hatte diese Vegetation. Bei 30°C wärde es kritisch geworden.

Mit dem Wetter hatten wir es gut getroffen. Etwa 70% der Strecke hatte diese Vegetation. Bei 30°C wäre es kritisch geworden.

Ab Kilometer 50/55 wurde es dann allerdings mehr und mehr „beschwerlich“. Die ersten wehwehchen brachen auf, die Beine wurden schwer, der Geist ließ sich langsam anstecken und so langsam fingen die Rechenspielchen über das noch bevorstehende an.

Beim letzten Verpflegungspunkt (km 65) musst ich dann eine kleine Sitzpause einlegen. Meinen beiden noch verbliebenen „Mitläufern“ wurde kalt und somit machten sie sich auf den Weg. Tanja und Jürgen waren eh weitaus erfahrener und schneller als ich, von daher ließ ich sie ziehen…obwohl sie kein Navi hatten…

Ein paar Minuten später war ich auch wieder in Bewegung und fand in mein Tempo zurück. Nach einigen Zusatzmetern durch Orientierungslosigkeit bemerkte ich, dass ich das Ziel unter 9:00 Stunden erreichen konnte und zog das Tempo wieder an. Der Oberschenkel meldete sich jedoch und signalisierte sich mit einem Krampf zu wehren.

Also Tempo ans machbare Limit und weiter. Das Ziel war greifbar jedoch kam jetzt eine sehr lange gerade mit steifen Gegenwind. Damit war die Zeit nicht mehr zu schaffen. Nach 9:04 war ich dann im Ziel – als zweiter meiner 5er Gruppe. Tanja und Jürgen hatten sich verlaufen und trafen ein, als ich schon mein erstes Elektrolythaltige Getränk genoss.

Die spätere Auswertung sollte zeigen: da war noch Luft! Knapp zwei Stunden in Zone 1 ist ja noch recht entspannt.

Eine großartige GA1 Einheit mit einigen spitzen :) Die Auswertung zeigt die Belastungen. Grafik: aus connect.garmin.com

Eine großartige GA1 Einheit mit einigen spitzen 🙂 Die Auswertung zeigt die Belastungen. Grafik: aus connect.garmin.com

Somit wäre das durchaus positive Erlebnis beendet, es kam jedoch noch zu einem zweiten Marathon: nachdem ich mich ein wenig erholt hatte und der Kreislauf wieder da war wo er hingehörte, ging ich zum Auto um mein Duschzeug und Wechselklamotten zu holen.

Leider ließ sich das Auto und Kofferraum mit der Wechselkleidung nicht öffnen, der Schlüssel war wohl nass geworden.

Also ADAC und Mercedes Service angerufen und mit zwei „gebrauchten“ Handtüchern und geliehen Duschgel ins heiße nass. Danach wieder in die gut eingeweichten Klamotten der in den letzten zehn Stunden getragenen Klamotten…well smell. Zum Glück finde ich kurz später noch meine TTH Klamotten. Somit habe ich zumindest eine frische Jacke und Cap!

Medaille und Urkunde sind verliehen. Nur der Geruch lässt mir keine Ruhe...

Medaille und Urkunde sind verliehen. Nur der Geruch lässt mir keine Ruhe…

Der ADAC Service brauchte leider geschlagene 2 1/2 Stunden und konnte nicht helfen, erzählte nur von ernsthaften und kostspieligen Problemen. Also Abschlepper! Der brauchte dann erneut über eine Stunde, bis das Auto verladen war zwei. Somit war ich knapp 7 Stunden nach Zieleinlauf zu Hause…

Danke an Klaus, dem Veranstalter des Heide-Ultra-Trails, den Helfern und an Daniel, Tanja und Jürgen für das mitziehen. Mal sehen, ob ich das wiederholen möchte…

Danke an Carola von NFT, ich habe weder während des Laufes noch danach irgendwelche Krämpfe gehabt. Damit habe ich mein zukünftiges Wettkampfgetränk gefunden!

Über die Platzierung war ich schon happy. Mein Ziel in unter zehn Stunden zu finishen habe ich auf jeden Fall erreicht! Aber der Abstand zu Platz 1... Quelle: heide-ultra-trail.de

Über die Platzierung war ich schon happy. Mein Ziel in unter zehn Stunden zu finishen habe ich auf jeden Fall erreicht! Aber der Abstand zu Platz 1… Quelle: heide-ultra-trail.de

Kategorie: Wettkämpfe

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